Neue Lernfabrik macht Batteriezellproduktion zum Lern- und Forschungsraum
Wie lassen sich Fachkräfte auf die Batteriezellproduktion von morgen vorbereiten? Die neu gestaltete Lernfabrik der Technischen Universität Braunschweig verbindet moderne Produktionstechnik mit digitalen Lernwelten und schafft eine praxisnahe Umgebung für Forschung, Lehre und Weiterbildung.
Eine leistungsfähige Batteriezellproduktion braucht nicht nur innovative Technologien, sondern auch qualifizierte Fachkräfte. Genau hier setzt die modernisierte Lernfabrik an: Sie bietet Studierenden sowie weiteren Zielgruppen die Möglichkeit, Fertigungsprozesse unter realitätsnahen Bedingungen kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Moderne Anlagen und didaktische Konzepte schaffen eine Umgebung, in der Produktionsschritte anschaulich vermittelt und direkt erprobt werden können.
Theorie und Praxis unter einem Dach
Auf mehr als 400 Quadratmetern entstand ein hybrides Lernökosystem, das reale Produktionsanlagen mit digitalen und immersiven Lernumgebungen verbindet. Moderne Maschinen und Anlagen bilden gemeinsam mit spezialisierten Forschungs- und Lernräumen die gesamte Wertschöpfungskette einer zirkulären Batteriezellproduktion ab. Von der Bereitstellung – auch recycelter – Ausgangsmaterialien über die Elektroden- und Zellfertigung bis hin zur Formierung und Qualitätskontrolle können die einzelnen Produktionsschritte praxisnah nachvollzogen werden. Die Lernfabrik geht dabei über die eigentliche Zellproduktion hinaus. In einem weiteren Bereich werden die gefertigten Batteriezellen in ein modular aufgebautes Modellfahrzeug integriert und anschließend demontiert, um zirkuläre Produktionskonzepte anschaulich zu vermitteln. Auch Produktions- und Prozessdaten können die Lernenden hier analysieren, visualisieren und mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewerten.
Fachkräfte als Schlüssel für die Batteriezukunft
Mit der Eröffnung der Lernfabrik wird ein weiterer Baustein für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batteriewirtschaft in Deutschland geschaffen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag dazu, Fachkräfte gezielt auf die Anforderungen moderner Batterieproduktionen vorzubereiten und den Technologiestandort Deutschland langfristig zu stärken.
Die Neugestaltung erfolgte im Rahmen des Projekts "LEBAZ – Lernfabrik für zirkuläre Batterieproduktion", welches das BMFTR mit rund 3,7 Millionen Euro förderte. Weitere 1,5 Millionen Euro investierte die TU Braunschweig in die räumliche und technische Ausstattung. Als Teil der Battery Labfactory Braunschweig (BLB) ergänzt die Lernfabrik die bestehende Forschungsinfrastruktur und stärkt den Wissenstransfer zwischen Forschung, Lehre und industrieller Anwendung. Zudem ist sie Teil der International Association of Learning Factories.